Standort Aus der Vogelperspektive TechnoPark Projektentwicklung Firmen vor Ort Historie Das Team Newsletter Links
Startseite Firmen vor Ort GarnerCad

Firmen vor Ort


BMT APS AZO INTEC MaierMetallbau Dornier MedTech Laser2000 Finkernagel GarnerCad Medcare Sanchar Rennstall Wieth a-workx

IMPRESSUM DAS TEAM

GarnerCad

Karl Bohne, Nigel Garner und Eric van der Plujim (

Oberpfaffenhofen – „Ich habe die Welt in meinen Händen“, dachte sich Nigel Garner noch Anfang 2002. Weltweit beschäftigte er rund 350 Mitarbeiter. Alleine im Gewerbegebiet Argelsrieder Feld betrieb der passionierte Flugzeugingenieur drei Büros. Geschäftspartner waren unter anderem Boeing, EADS und Fairchild-Dornier. „Wir machten hohe Umsätze und standen kurz davor, eine AG zu gründen und an die Börse zu gehen“, sagt Garner. „Dann kamen Mr. Wolf and his Team.“
Der gebürtige Engländer gehörte mit zu denjenigen, die schon bei der Entwicklung des 328Jets mit dabei waren und nach wie vor fest an die Zukunft des 728er Jets glauben. „Wir haben die Gewinne aus den anderen Geschäften mit in die Entwicklung des neuen Jets gesteckt“, sagt Garner. Sein Unternehmen entwickelte für den einstigen Hoffnungsträger von Fairchild-Dornier die unter dem Rumpf und zwischen den zwei Flügeln gelagerte Unterbaugruppe, die so genannte „Belly-Fairing, in der unter anderem wesentliche Teile der Hydraulik und das Hauptfahrwerk untergebracht sind. „Einfach gesagt, es läuft hier alles zusammen“, erklärt Garner.
Hinein die die euphorische Fairchild-Sage platzte der Bankrott, der unter anderem auch Garners Unternehmen mit Verlusten in Millionenhöhe an den Rand des Ruins führte. Die Gründe für die Fairchild-Pleite sieht auch Garner im Missmanagement der damaligen Geschäftsführung, der unter anderem John Wolf und Thomas Brandt angehörten. An Garners Seite aber standen und stehen Eric van der Plujim und Karl Bohne, die, wie ihr Chef, nicht lange herum jammerten sondern kräftig in die Hände spuckten und gemeinsam wieder von vorne anfingen.
Bis auf zwei Büros wurden erst mal sämtliche Niederlassungen geschlossen und die Kosten auf ein Minimum reduziert. Vorüber gehend entlassen werden mussten auch etliche Mitarbeiter. Außerdem gab es intensive Gespräche mit den Gläubigern, die laut Garner „super mitgezogen“ und die Stundung offener Rechnungen geduldet hatten. Und auch die Kreissparkasse und die Landesbank hätten sich in dieser schwierigen Situation „äußerst kooperativ“ gezeigt, betont Garner.
Das Vertrauen hat sich gelohnt. Heute, nur zwei Jahre später, beschäftigt die Garner CAD GmbH mit Sitz im Argelsrieder Feld wieder 280 Mitarbeiter. Als selbständige Ingenieurgruppe und Zulieferer mit dabei ist es bei mehreren Großprojekten europäischer und amerikanischer Aerospace-Unternehmen. Weshalb wieder expandiert werden soll. Als nächstes steht die Eröffnung eines neuen Büros in Friedrichshafen an. „Trotz Aufwärtstrend braucht es noch erhebliche Anstrengungen, um das Unternehmen dauerhaft profitabel zu halten“, weiß Garner. Als bleibende Erinnerung an die Fairchild-Pleite aber hängt eine gerahmte Mahnung über seinem Schreibtisch. Absender ist Insolvenzverwalter Eberhard Braun, der noch 50,53 Euro für Telefonkosten anmahnt. Uli Singer

Druckbare Version