Dornier MedTech

Nierensteinzertrümmerer

Weßling – Die ersten systematischen Untersuchungen über Stoßwellen - Druckimpulse, die sich durch einen hohen Maximaldruck, schnellen Anstieg und kurze Dauer auszeichnen - wurden in den 60er Jahren von der Luft- und Raumfahrttechnik durchgeführt. Ein typisches Beispiel stellt der Aufprall von Regentropfen auf die Oberfläche von Flugkörpern dar, die sich im Überschallbereich bewegen. Diese Beobachtungen machte der einstige Flugzeugbauer Dornier bei der Entwicklung neuer Jets. Was findige Köpfe auf die Idee brachte, über diese Methode auch in den medizinischen Bereich einzugreifen. Der Nierensteinzertrümmerer wurde entwickelt und „Dornier MedTech“ anno 1985 in Germering gegründet.
„Es fand ein Austausch des Messers gegen die nicht schneidende Methode statt. Der Nierensteinzertrümmerer hat die Urologie regelrecht revolutioniert“, erklärt Frank Klaus, Direktor für „New Business, Marketing und Produktmanagement“ bei „Dornier MedTech Europe“ im Weßlinger Gewerbegebiet „Argelsrieder Feld“.
Längst hat sich das Unternehmen vom einstigen Flugzeugbauer abgekoppelt. „Wir wurden vor neun Jahren zu achtzig Prozent von Singapore Technologies übernommen“, betont Generalmanager Michael Lerch. 20 Prozent der Firmenanteile blieben bei DaimlerCrysler.
Zu „Dornier MedTech Europe“ mit 70 Mitarbeitern gehören noch die ebenfalls in Oberpfaffenhofen ansässige „Dornier MedTech Systems“ mit 140 und in Germering die „Dornier MedTech Laser“ mit 30 Mitarbeitern.
Lerch und Frank zeichnen für den Vertrieb und den technischen Service in Europa, im mittleren Osten und in Afrika zuständig. Bei „Systems“ findet die Entwicklung und Produktion mit Schwerpunkt Nierensteinzertrümmerer statt.
Die Mitarbeiter selbst kommen vorwiegend aus der Region. „Anfangs war es noch schwierig, englisch sprechende Mitarbeiter zu finden. Das hat sich aber gegeben“, freut sich Lerch. Grundsätzlich sei ein Prozess des Umdenkens erforderlich gewesen. „Weil wir Geschäfte mit Amerika und Japan machen, ist ein Büroschluss um vier Uhr nicht möglich. Oft erreichen wir unsere Geschäftspartner erst am Nachmittag. Deshalb ist eine flexible Arbeitszeit notwendig, was inzwischen von den Mitarbeitern akzeptiert wird.“
Standortvorteil sei die Anbindung an die Autobahn und dass Weßling für europäische Kontakte sehr zentral liege. Einziger Wermutstropfen: „Es fehlt eine Verbindung zwischen der S-Bahnstation und dem Gewerbegebiet. Deshalb wurde ein eigener Shuttlebus eingerichtet. Ein weiteres Firmenangebot ist die hauseigene Kantine, die allen am Standort ansässigen Firmen offen steht.
Eine Bitte an die Politik äußern Lerch und Frank unisono: „Es muss endlich eine klare Linie in die Gesundheitsreform hinein gebracht werden. Die derzeitige Unsicherheit macht auch uns schwer zu schaffen.“ Uli Singer


Frank Klaus und Michael Lerch Vom Flugzeugbauer zum Nierensteinzertrümmerer

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